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Kundengespräch und Angebotsfindung

Finde eine konkrete Kundenaufgabe, bevor du deine KI-Leistung anbietest

Arbeite aus einer allgemeinen KI-Anfrage eine konkrete Kundenaufgabe heraus und halte Annahmen sichtbar offen.

7 Min. Lesezeit1384 Wörter

Von Robert Kopi · Real Rise Agency

Veröffentlicht Aktualisiert

Kurzfassung im Blog: Der erste Kunde für deine KI-Leistung: So gehst du vor

Das bekommst du

Ergebnis: Du findest hinter der allgemeinen Bitte um KI die eine konkrete, wiederkehrende Aufgabe, bevor du etwas anbietest.

Dazu: ein Probedurchlauf mit fiktivem Beispiel, drei kopierbare Prompt-Vorlagen und eine Prüfliste.

Aufwand: etwa 7 Minuten Lesezeit, alles kostenlos.

Wann diese Anleitung passt

Mara führt ein kleines Büro für Buchhaltungsorganisation. Eine Inhaberin sagt im Erstgespräch: „Bei uns dauert alles zu lange. Können Sie uns mit KI helfen?“ Mara weiß noch nicht, welche Aufgabe gemeint ist, welche Daten verarbeitet werden dürfen oder wer Änderungen freigibt. Sie will im Gespräch keinen KI-Einsatz verkaufen, bevor ein konkreter, prüfbarer Arbeitsschritt sichtbar ist.

Du brauchst einen klar abgegrenzten Vorgang und eine Quelle, gegen die du Aussagen prüfen kannst. Die Anleitung setzt keine bestimmte Plattform voraus. Sie zeigt, wie du einen KI-Assistenten als Entwurfshilfe verwendest und die Verantwortung für Fakten, Freigaben und Entscheidungen behältst. Im Kundengespräch lautet die konkrete Kontrollfrage, welche einzelne wiederkehrende Aufgabe hinter der allgemeinen Bitte um KI steckt.

Fiktiver Ausgangstext

Wir sind ein kleines Planungsbüro. Nach Kundenterminen liegen Notizen in verschiedenen Dateien. Am Freitag sucht die Teamleitung oft nach offenen Rückfragen. Wir möchten weniger suchen. Kundendaten dürfen nicht in ein nicht freigegebenes System. Die Teamleitung entscheidet, was an Kunden geht. Noch wissen wir nicht, ob das Problem eher beim Ablageort oder bei fehlenden Zuständigkeiten liegt.

Vollständiges Ergebnis des Probedurchlaufs

Beobachtete Aufgabe: Nach Kundenterminen sind Notizen verteilt; die Teamleitung sucht am Freitag offene Rückfragen.

Mögliche erste Untersuchung: An einem freigegebenen, anonymisierten Beispiel erfassen, wo Notizen abgelegt werden und wie eine offene Frage heute markiert wird.

Noch nicht belegt: Wie oft das vorkommt, wie viel Zeit die Suche beansprucht und ob ein KI-Werkzeug dafür nötig ist.

Grenze: Keine Kundendaten in ein nicht freigegebenes System kopieren. Keine Nachricht an Kunden erzeugen oder versenden.

Rückfrage an die Teamleitung: „Welche Information muss am Freitag sichtbar sein, damit du eine offene Rückfrage sicher erkennst?“

Nächster Arbeitsschritt: Einen anonymisierten Terminvermerk gemeinsam gegen die heutige Ablage prüfen. Danach entscheiden die Beteiligten, ob ein kleiner Versuch sinnvoll ist.

Vom Ausgangstext zum verwendbaren Entwurf

Dieser Fall ist bewusst klein gehalten: 55 Wörter Ausgangsmaterial reichen aus, um einen konkreten Arbeitsschritt zu üben. Die Zahl beschreibt nur den Beispieltext, nicht einen typischen Umfang. Der erste Durchgang findet mit einer Kopie statt. Originale bleiben erhalten, und nur freigegebene Angaben gelangen in das verwendete Werkzeug. Mara prüft im fiktiven Gespräch zuerst, ob hinter „zu lange“ tatsächlich eine wiederkehrende Kundenaufgabe steckt.

Lies zuerst den Eingabetext vollständig. Unterstreiche wörtliche Tatsachen und markiere daneben, was fehlt. „Vielleicht“, „noch nicht“ und „soll“ sind wichtige Statuswörter; sie dürfen beim Zusammenfassen nicht verschwinden. Wenn ein Name, ein Termin oder eine Zuständigkeit im Text nicht vorkommt, gehört er auch nicht in das Ergebnis. Eine sprachlich glatte Ergänzung ist keine Quelle.

Vergleiche danach jeden Abschnitt der Musterantwort mit dem Ausgangstext. Frage: Woher stammt dieser Satz? Ist er eine Wiedergabe, ein Vorschlag oder eine offene Frage? Bei einem Vorschlag muss die Formulierung als Vorschlag erkennbar bleiben. Ein KI-System kann plausible Übergänge schreiben, die im Material nicht belegt sind. Genau deshalb muss die Herkunft einzelner Aussagen sichtbar bleiben.

Das Szenario eignet sich als Übung mit fiktiven Angaben. In einem echten Vorgang prüfst du zuerst Berechtigung und Werkzeugfreigabe. Entferne alle Felder, die für das Arbeitsergebnis nicht nötig sind. Auch Kombinationen aus Ort, Rolle und seltenem Vorgang können Personen erkennbar machen. Anonymisiere vor der Eingabe und kontrolliere, ob der verbleibende Kontext wirklich unkritisch ist.

Die Antwort ist noch kein freigegebenes Ergebnis. Die zuständige Person kontrolliert Fachbegriffe, Namen, Zahlen, Zuständigkeiten und jede mögliche Zusage. Bei einem Fehler wird nicht nur der einzelne Satz repariert: Prüfe, ob dieselbe Annahme andere Teile des Entwurfs beeinflusst hat. Halte die Korrektur fest, damit der nächste Auftrag die Lücke ausdrücklich abfragt.

So arbeitest du: die Methode in Kürze

Schwacher und starker Auftrag: Nenne Zweck, Zielgruppe und Grenzen, arbeite nur mit freigegebenem Material und trenne belegte Angaben von Vorschlägen und offenen Fragen.

So prüfst du den Entwurf: Prüfe jede Tatsachenbehauptung gegen die Eingabe, erst die Quellenstellen, dann den Sinn und zuletzt die Lesbarkeit, und lass die fachlich zuständige Person freigeben.

Typische Fehler und erkennbare Signale: Achte auf ergänzte Lücken, Möglichkeiten, die zur Zusage werden, Vorschläge, die wie Entscheidungen klingen, und vertraulichen Kontext, der stehen bleibt.

Drei kopierbare Prompt-Vorlagen

Die eckigen Klammern sind Platzhalter. Setze nur freigegebene, notwendige Informationen ein. Die Erläuterung unter jedem Prompt beschreibt die Funktion der Zeilen.

1. Material ordnen

Prompt-VorlageZum Kopieren bereit
Du unterstützt bei Kundengespräch und Angebotsfindung. Erstelle einen prüfbaren Arbeitsentwurf, keine verbindliche Entscheidung.
Ziel: [konkretes Ergebnis]
Zielgruppe: [wer den Entwurf verwendet]
Nutze nur dieses freigegebene Material: [bereinigter Auszug]
Trenne belegte Angaben, Vorschläge und offene Fragen.
Erfinde keine Zahlen, Fristen, Zuständigkeiten, Zusagen oder Funktionen.
Markiere jede Lücke als OFFEN und formuliere eine Rückfrage.
Gib zu jeder Tatsachenbehauptung die passende Textstelle an.
Ausgabeformat: [Tabelle / Entwurf / Liste]

Warum diese Zeilen helfen:

  • Die Zeile „Du unterstützt bei Kundengespräch und Angebotsfindung“ benennt den Sachbereich, damit der Auftrag nicht als allgemeiner Schreibwunsch gelesen wird.
  • „Ziel“ verlangt ein sichtbares Arbeitsergebnis; ohne diese Zeile kann die Antwort in allgemeine Ratschläge abgleiten.
  • „Zielgruppe“ legt fest, für wen die Ausgabe verständlich und verwendbar sein soll.
  • „Nutze nur dieses freigegebene Material“ bindet Aussagen an eine zulässige Quelle und begrenzt den Kontext.
  • Die Trennung von Angaben, Vorschlägen und Fragen macht den Status jeder Aussage erkennbar.
  • Das Verbot erfundener Details verhindert, dass Lücken mit plausiblen Angaben gefüllt werden.
  • Die OFFEN-Markierung und Rückfrage geben ungeklärte Punkte an eine Person zurück.
  • Die Fundstelle ermöglicht, eine Behauptung direkt mit dem Ausgangstext abzugleichen.
  • Das Ausgabeformat macht das Ergebnis leichter weiterzuprüfen.

2. Ergebnis gegenprüfen

Prompt-VorlageZum Kopieren bereit
Prüfe den folgenden Entwurf für kundengespräch und angebotsfindung gegen die Quelle.
Quelle: [freigegebene Originalfassung]
Entwurf: [Arbeitsentwurf]
Vergleiche jede Tatsachenbehauptung einzeln mit dem Wortlaut.
Kennzeichne: belegt, teilweise belegt, nicht belegt oder mehrdeutig.
Nenne die genaue Fundstelle und eine nötige Rückfrage.
Ändere keine Quelle und entscheide keine offenen Fälle.
Fasse am Ende zusammen, was eine Person vor Nutzung freigeben muss.

Warum diese Zeilen helfen:

  • Die erste Zeile nennt die konkrete Vergleichsaufgabe, damit nicht stilistisch neu geschrieben wird.
  • Das getrennte Quellenfeld hält das Original als Prüfgrundlage fest.
  • Das Entwurfsfeld kennzeichnet klar, was kontrolliert werden soll.
  • Die Einzelprüfung richtet den Blick auf Tatsachenbehauptungen statt auf den Gesamteindruck.
  • Die Statuswörter unterscheiden Beleg, Teilbeleg, fehlenden Beleg und Mehrdeutigkeit.
  • Die genaue Fundstelle erleichtert die manuelle Rückprüfung.
  • Die Rückfrage verhindert, dass Unsicherheit automatisch aufgelöst wird.
  • Die unveränderte Quelle bleibt nachvollziehbar.
  • Die abschließende Freigabeliste weist die verbleibende Verantwortung aus.

3. Geprüften Text überarbeiten

Prompt-VorlageZum Kopieren bereit
Überarbeite den geprüften Text für kundengespräch und angebotsfindung.
Zielgruppe: [konkrete Leserschaft]
Geprüfter Text: [freigegebener Entwurf]
Erhalte alle bestätigten Angaben, Grenzen und Vorbehalte.
Ergänze keine neuen Tatsachen, Versprechen oder Kundenaussagen.
Schreibe klar, sachlich und in der Du-Form, wo es passt.
Lass offene Punkte sichtbar als [OFFEN: Frage].
Gewünschte Form und Länge: [Vorgabe]
Gib anschließend eine kurze Liste der Aussagen aus, die noch geprüft werden müssen.

Warum diese Zeilen helfen:

  • Die erste Zeile setzt voraus, dass die Sachprüfung bereits stattgefunden hat.
  • Die Zielgruppe steuert Wortwahl und Erklärungstiefe.
  • Das geprüfte Textfeld grenzt den erlaubten Bearbeitungsstand ein.
  • Die Zeile zum Erhalt bestätigter Angaben schützt Fakten und Grenzen.
  • Das Verbot neuer Behauptungen verhindert eine inhaltliche Erweiterung beim Polieren.
  • Die OFFEN-Markierung hält ungeklärte Punkte sichtbar.
  • Form und Länge geben der Überarbeitung einen praktischen Rahmen.
  • Die Schlussliste macht notwendige menschliche Kontrollen vor der Nutzung sichtbar.

Prüfliste vor der Nutzung

Häufige Fragen

Was sage ich, wenn das Gegenüber sofort eine KI-Lösung verlangt?

Frage nach dem letzten konkreten Fall: Was kam herein, welcher Schritt war schwierig und woran wurde das Ergebnis erkannt? Notiere die Antwort, bevor du ein Werkzeug erwähnst.

Wie erkenne ich eine echte Aufgabe statt eines allgemeinen Wunsches?

Eine Aufgabe hat einen wiederkehrenden Eingang, einen nachvollziehbaren Arbeitsschritt und ein prüfbares Ergebnis. „Wir wollen moderner werden“ reicht dafür nicht.

Muss ich im ersten Gespräch ein Angebot machen?

Nein. Wenn Datenfreigabe, Beteiligte oder gewünschter Arbeitsschritt fehlen, halte die offenen Fragen fest und vereinbare zuerst deren Klärung.

Welche Daten darf ich für einen Versuch nutzen?

Nutze zunächst ein erfundenes Beispiel. Echte Daten kommen nur in ein ausdrücklich freigegebenes Werkzeug und nur soweit sie für die Prüfung nötig sind.

Was, wenn die Person keine Beispiele teilen darf?

Bitte um einen selbst erstellten, bereinigten Musterfall, der den Ablauf zeigt, aber weder echte Namen noch vertrauliche Einzelheiten enthält.

Wie beende ich das Gespräch ohne Verkaufsdruck?

Fasse Aufgabe und offene Punkte zusammen. Biete als nächsten Schritt die Prüfung eines freigegebenen Beispiels an, ohne eine Wirkung oder Umsetzung zu versprechen.

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